von Frank Poppe

Der Maler Georg Müller vom Siel legte den Grundstein für die Künstlerkolonie Dötlingen.

Im Jahr 1889 kam er gerade aus Frankreich zurück und wurde während einer Wanderung in der Ahlhorner Heide auf das einsame Geestdorf Dötlingen aufmerksam. 1896 entschloss er sich, in Dötlingen zu bleiben und hier künstlerisch tätig zu werden. Er ließ sich dann ganz im Sinne seiner Bedürfnisse nach Fernblick, auf dem „Zuckerkamp“ die Villa „Meineck“ bauen, die am 15. 08. 1898 eingeweiht wurde.

In der warmen Jahreszeit unternahm er seine Streifzüge durch die Dötlinger Landschaft und erstellte seine Bilder. Im der Winterzeit widmete er sich mehr der Graphikproduktion. Es ist sicherlich kein Zufall, dass ein Teil seiner Radierungen Wintermotive zeigen.

Neben seiner Malerei und Graphikproduktion betrieb Georg Müller vom Siel auf seinem Künstlersitz eine Malschule. Die Schülerinnen, meist höhere Töchter, für die die künstlerische Erziehung standesgemäß ein Teil ihrer musischen Bildung war, wurden als Pensionsgäste im „Haus Meineck“ versorgt. In der Villa führten die beiden unverheirateten Schwestern von Georg Müller vom Siel den Haushalt.

Georg Müller vom Siel zog mit seinen Schülerinnen in die Landschaft, ließ sie dort en-plein-air malen und gab Korrekturen. Einige Schülerinnen, die von Georg Müller vom Siel ihre ersten Anregungen bekamen, erweiterten später ihre künstlerischen Ausbildungen. Sie beteiligten sich regelmäßig an Ausstellungen im regionalen Raum. Zu ihnen gehörten beispielsweise Luise Roggemann (1865-1945), Toni Elster (1861-1948), Hedwig Bulling-Ranafier (1882-1961), Marie Stumpe (1877-1946), Anna Feldhusen (1867-1951), Gretchen Francksen (1886-1975), Anna List (1868-1948), Emy Rogge (1866-1959), Gertrud Freifrau von Schimmelmann (1875-1945), Marie Stein-Ranke (1873-1964).

Georg Müller vom Siel vor seiner „Villa Meineck“ um 1905

Georg Müller vom Siel mit seinen Malschülerinnen – Dötlingen um 1905

Neben seinen Malschülerinnen hatte Georg Müller vom Siel auch ein offenes Haus für seine vielen Künstlerfreunde. Diese kamen auch zum Arbeiten nach Dötlingen und waren häufig als Gäste ins Haus Meineck einzogen. Aber auch die Dötlinger Gasthöfe boten den Künstlern oft ein Dach über dem Kopf. Nach Eintragungen im Gästebuch von „Haus Meineck“ ab dem 15. 8. 1898 kamen zu Georg Müller vom Siel mehrmals die Dichter Georg Ruseler und Hermann Allmers, der Maler und Dichter Arthur Fitger, der Redakteur Wilhelm von Busch, Ludwig Fischbeck und viele andere.

Georg Müller vom Siel war auch einer von 29 Gründungsmitglieder des Verschönerungsverein Dötlingen von 1902, dem Urspungsvereins des Bürger- und Heimatvereins Dötlingen e. V.

Seit langem kümmert sich der Bürger- und Heimatverein Dötlingen um Dötlingens künstlerische Vergangenheit. Entweder direkt mit Ausstellungen und anderen Aktivitäten oder indirekt über die Dötlingen Stiftung. Hier ist der BHV Beiratsmitglied.

Die letzte eigene Ausstellung des BHV im Jahr 2007 zeigte Arbeiten von Georg Müller vom Siel – Der Künstler als Fotograf.

Im Jahr 1889 kam er gerade aus Frankreich zurück und wurde während einer Wanderung in der Ahlhorner Heide auf das einsame Geestdorf Dötlingen aufmerksam. 1896 entschloss er sich, in Dötlingen zu bleiben und hier künstlerisch tätig zu werden. Er ließ sich dann ganz im Sinne seiner Bedürfnisse nach Fernblick, auf dem „Zuckerkamp“ die Villa „Meineck“ bauen, die am 15. 08. 1898 eingeweiht wurde.

Außer den Schülerinnen und Freunde um Georg Müller vom Siel, gab es eine Vielzahl von Künstlern, die sich in Dötlingen aufhielten. Darunter auch die Künstler der späteren Künstlergruppe „Junges Rheinland“ um Otto Pankok.

NWZ vom 18. Juli 2007