Widerstand gegen den Windpark: Bürgerinitiative sammelt sich in Dötlingen

Protest gegen die Windenergieanlagen: Sabine Schütte sprach zu den rund 60 Interessierten in Dötlingen.
Protest gegen die Windenergieanlagen: Sabine Schütte sprach zu den rund 60 Interessierten in Dötlingen. © Rinne

Gegen den Windpark Glane hat sich Widerstand formiert. Protestierende fanden sich in Dötlingen im Landkreis Oldenburg zusammen-

Dötlingen – Nachdem die FDP im Rat der Gemeinde Dötlingen kürzlich den Unmut der Bürger gegen den Windpark Glane in einem Antrag an die Gemeindeverwaltung aufgegriffen hatte, formiert sich nun der bürgerschaftliche Widerstand unter der Federführung des Bürger- und Heimatvereins (BHV) zu einer Bürgerinitiative.

Das ist das Ergebnis einer Versammlung, die am Samstagvormittag auf Einladung der Vorsitzenden des BHV, Sabine Schütte, am Wendehammer der Straße „Zur Loh“ abgehalten wurde. Schütte sitzt auch für die FDP im Dötlinger Gemeinderat.

Widerstand gegen den Windpark: Bürgerinitiative sammelt sich in Dötlingen

„Ziel des Treffens ist es, die Meinungen zusammenzutragen. Was wollen wir erreichen?“, machte die Organisatorin den etwa 60 Interessierten, die der Einladung gefolgt waren, den Sinn der Versammlung deutlich. „Heute haben wir keinen guten Wind“, ergänzte sie. Wobei nicht gemeint war, dass der Schall des Windparks wieder einmal deutlich zu hören gewesen wäre. Das Gegenteil war der Fall. Der sonst übliche Wind aus Südwest blieb am aus, sodass ausgerechnet zu diesem Treffen nichts von den Anlagen zu hören war.

Die Menschen fühlen sich massiv gestört

Doch schnell zeichneten die Wortmeldungen ein eindeutiges Bild: Die Menschen in Dötlingen fühlen sich durch die Immissionen massiv gestört.

„Wir haben nicht erwartet, dass es so schlimm werden würde. Selbst bei geschlossenen Fenstern hören wir die Windräder“, machte Rudolf Busse den Auftakt an Wortmeldungen. „Kürzlich war jemand von einem Bremer Ingenieurbüro auf meinem Grundstück. Der meinte, dass auch Langzeitmessungen möglich sind“, schilderte der Dötlinger. Auf ein Kostenangebot warte er bis heute, so Busse. Er forderte, dass man direkt mit den Betreibern in Kontakt treten müsse, um eine Lärmreduzierung zu erreichen.

Marianne Bernhard-Beeskow bestätigte die Schilderungen. „Manchmal fühlen wir uns wie Nomaden im eigenen Haus. Je nach Windrichtung ziehen wir uns in eine andere Ecke zurück“, klagte die Dötlinger NABU-Sprecherin über massive Geräuschbelästigungen.

Erinnerung an Discozeiten

„Ich fühle mich häufig in frühere Discozeiten zurückversetzt, wenn es durch die Bässe heftig im Magen wubbert. Manchmal spürt man, um den Kanzler zu zitieren, auch einen Doppelwumms“, beschrieb Klaus-Friedrich Bahlke sehr plastisch die Wirkung des Infraschalls durch die Windanlagen.

10.471 Personen haben bereits teilgenommen

„Infraschall kann man nicht bremsen. Enercon ist zwar sehr bemüht, ist aber bisher nirgends in der Lage gewesen, das abzustellen“, lieferte Herbert Dirksen eine Erklärung.

Sehr viel radikaler ging Kathrin Klemm das Thema an. Sie stellte in einem Kurzvortrag die Windenergie prinzipiell infrage. „Von dem im Jahr 2023 errichteten Durchschnittswindrad sind 1 160 Stück nötig, um so viel Strom zu produzieren, wie ein Atomkraftwerk“, führte sie aus und kritisierte, dass oft Einwände von Windkraftgegnern als unsinnig und an den Haaren herbeigezogen bezeichnet würden. Selbst Tatsachen, wie Vogelschlag oder Lärmbelästigung mit ihren gesundheitlichen Folgen würden von Befürwortern ignoriert.

Gruppe unter dem Dach des Heimatvereins

Als Sabine Schütte nachfolgend die Frage nach den Zielen stellte, tönte ihr gleich von mehreren Seiten „Abschalten“ entgegen. „Die Spargel stehen nun einmal da, die werden wir kaum wegbekommen“, hieß es aus der Zuhörerschaft. Schütte fasste die gemeinsamen Forderungen schließlich zusammen. Zu den formulierten Zielen gehören die zeitweise Abschaltungen des Windparks, besonders bei Windrichtungen aus Südwest, technische Verbesserungen sowie mehr Transparenz vonseiten der Betreiber. Zukünftige Anlagen sollten bereits in der Planungsphase sorgfältiger auf ihre Immissionswirkung geprüft werden.

Diese Gruppe war dann auf Vorschlag von Sabine Schütte mit dem Dötlinger Bürger- und Heimatverein schnell gefunden. Sie bat aber auch alle Geschädigten, selbst aktiv zu werden und Beschwerde beim Landkreis einzureichen. Die erstellte Unterschriftenliste von der Bürgerversammlung wolle man beim Landkreis und den Betreibern einreichen.

By Published On: 18. März 2024